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Wissenswertes
Haltung
Pflege
Nahrung
Zucht

Wissenswertes
Vogelspinnen stammen überwiegend aus wärmeren Biotopen, etwa den
Tropen und Subtropen und können sich wahrscheinlich in Deutschland und Umgebung
kaum über einen längeren Zeitraum behaupten. Ausnahmen sind etwa die
Hochlandformen der Gattung Poecilotheria oder Tiere der Gattung
Grammostola aus Chile in deren Lebensraum die Temperaturen gerne mal unter
0°C sinken. Evtl. ist es möglich, dass solche Tiere während der Winterzeit in
geschützten, warmen Berreichen, etwa Gewächshäuser überleben können, wie es bei
der Riesenkrabbenspinne Heteropoda spec. der Fall ist, ausprobieren
möchte ich es jedoch nicht. Will man Vogelspinnen in ihrem natürlichen
Lebensraum beobachten, so hat man große Chancen, wenn man sich in den Halbwüsten
Texas, Arizonas und Mexiko auf die Suche begibt, noch höher liegt jedoch die
Wahrscheinlichkeit ein Tier in den Regenwäldern der Subtropen und Tropen zu
finden.
Vogelspinenn sind wie alle Lebewesen in ein bestimmtes System
eingeordnet, der Systematik, sie gehören zur Klasse Arachnida
(Spinnentiere). Der Name dieser Stufe leitet sich aus einer griechischen Sage,
der Sage von Arachne. Arachne, war eine hochmütige Teppichweberin, die sich über
Alles und Jeden stellte und die Göttin Athene zu einem Wettbewerb
herausforderte. Da Arachne auf ihrem Teppich alle Liebesabenteuer der Götter
darstellte und diese somit demütigte, zerriss Athene den Teppich der jungen
Weberin. Diese erhängte sich schließlich. Da Athen jedoch wollte, dass sie
lebte, verwandelte sie die junge Frau in eine Spinne und ihren Strick in einen
Faden.
Vor etwa 400-350 Millionen Jahren traten die ersten Spinnen auf, die sich bis
heute kaum verändert haben. Vogelspinnen sind sehr antike Spinnen, ihre Familie
steht auf der Zeitspanne bereits an 8 Stelle. Im Vergleich: Die modernen
Springspinnen an 46 Stelle. Insgesamt sind etwa 80.000 Spinnentierarten
bekannt, wobei täglich neue entdeckt werden und der Großteil noch nicht
erkundet ist. Vogelspinnen bilden mit ca. 850 Arten eine überschaubare Gruppe.
Ihren Namen
verdanken die Vogelspinnen der bekannten, 1647 in Frankfurt am Main geborenen
Naturforscherin und Malerin MARIA SIBYLLA MERIAN, die zahlreiche
wissenschaftliche Werke mit naturgetreuen Abbildungen von Pflanzen und Tieren
schuf. Unter anderem auch das Werk Metamorphosis insectorum Surinamensium mit
vielen fremdländischen Tieren, welche MARIA S. MERIAN auf einer Reise nach
Surinam gesehen und gezeichnet hat. Eine dieser Abbildungen zeigte eine
unbekannte Spinne die sich über einen Vogel beugte und diesen fraß. Dieses
Bild nahm der schwedische Naturforscher Carl von Linnè, der als Vater der
modernen Klassifikation gilt, zum Anlass, der Spinne den wissenschaftlichen Namen
Aviuclaria zu geben (lat.: avis=Vogel). Die umgangssprachliche, deutsche Bezeichnung
"Vogelspinne" ist eine Übersetzung der lateinischen Bezeichnung:
Bild
I.d.R. sollte man selten bis gar nicht mit den Vogelspinnen in
Kontakt kommen , sodass sie auch keine Möglichleit haben, sich bedroht
zu fühlen. Auf diese Weise vermeidet man den Tieren Stress und die
Gefahr sich eines Bisses oder anderen Verteidigungsarten auszusetzen.
Neben dem Biss, welcher von Art und Größe des Tieres abhängig, sehr
schmerzhaft sein kann, haben bestimmte Vogelspinne die Möglichkeit sich
durch das Abstreifen von Brennhaaren bzw. Kotspritzen zu verteidigen.
Letztere Möglichkeit wird m.E. nur bei südamerikanischen Tieren der
Gattung Avicularia praktiziert und hat i.d.R. keine
gesundheitlichen Auswirkungen. Das Verteidigen durch Abstreifen von
Brenn- oder Reizhaaren, auch bombardieren genannt, kann schon
gefährlicher sein. Diese sogenannten Reizhaare sitzen auf dem Hinterleib
neuweltlicher Arten der Unterfamilie Aviculariinae,
Ischnocolinae und Theraphosinae. Auch von Afrikanern der
Gattung Ceratogyrus ist bekannt, dass sie zumindest
brennhaarähnliche Haaretypen besitzen, diese jedoch nicht aktiv zur
Verteidigung einsetzen. Von den mit Widerhaken versehenen Haaren gibt es
verschiedene Typen, welche dazu dienen den Gegner auf Abstand zu halten
oder aber auch kleine Parasiten vom eigenen Kokon fernzuhalten. Beim
Menschen verusacht der Kontakt mit den Brennhaaren auf der Haut ein mehr
oder weniger starkes Jucken, bei Kontakt mit den Augen, der Nase oder
dem Mund, kann mit Binde- und Hornhautentzündungen, Atemnot oder
Brechreiz gerechnet werden.
Um es jedoch gar nicht soweit kommen zulassen, sollte man die
Warnsignale der Vogelspinne respektieren. Spinnen, welche sich mit dem Biss verteidigen , richten den
Vorderleib und die Vorderbeine auf und spreizen die Chelizeren auseinander
(siehe Bild). Bei
den meisten Spinnen folgt darauf die Verteidigung mit dem Beinschlag,
welcher je nach Größe und Stärke des Tieres so stark sein, dass selbst
adulte Mäuse davon für kurze Zeit betäubt werden. Oft braucht es einige Zeit bis die Spinne
dann tatsächlich zubeisst, dies ist jedoch von Tier zu Tier
unterschiedlich. Eine Bombardierspinne in Verteidigungsstellung erkennt
man daran, dass sie eines ihrer Hinterbeine auf das Opisthosoma drückt,
um kurz danach die lästigen Haare abzustreifen.
Pterinochilus
murinus (rcf) in Verteidigungshaltung
Einige Vogelspinnen sind auch in der Lage hörbare Warnsignale
"auszusenden". Diese nennt man stridulieren. Theraphosa blondi oder
Citharischius crawshayi sind solche "Stridulierspinnen". Diese
Signale, welche m.E. dem herunterrascheln von feinem Kies ähneln, werden
durch Aneinanderreiben speziell geformter Borsten an den Chelizeren
erzeugt und meist eingesetzt, wenn die Spinne sich bereits in
Verteidigungsstellung befindet.
Übrigens: Der Name
der Gattung "Psalmopoeus" bedeutet soviel wie Psalmendichter, da die
Arten dieser Gattung regelrecht "stridulierfreudig" sein sollen. Freunde
und ich konnten dies allerdings nicht bestätigen.
Nun, gegen wen setzen die Vogelspinnen dieses Abwehrverhalten ein? Im
Terrarium ist es sicher der Halter oder Futtertiere, die zu groß zum
überwältigen sind oder nicht gefressen werden können (etwa wegen einer
bevorstehenden Häutung). In der Natur sind es andere Tiere, darunter
auch Spezialisten, welche den Achtbeinern das Leben zur Hölle machen.
Hierbei sind sicher die aus Filmen wie Disney´s "Die Wüste lebt"
bekannten Wegwespen, welche die Spinne als Brutstätte und Futter für
ihre Jungen missbrauchen. Die Wegwespen (Pompiidae), welche sich
als Adultis von Nektar ernähren injizieren mit ihren Legestachel die
Eier in das Opisthosoma der überwältigten Spinne. Die Vogelspinne ist
dabei aber nur betäubt und dient nun als lebende Brutstätte und später
als Nahrung für die jungen Wegwespen. Die Weg- oder auch Raubwespen
genannt werden ca. 8cm lang und sind weit verbreitet. Neben den
Wegwespen gibt es auch weitere Wirbellose, welche man in die Kategorie
Fressfeinde einordnen darf, etwa Hundertfüßer (z.B.
Scolopendromorpha) oder Ameisen. Der amerikanische Nasenbär (Nasua
nasua), ein ca. katzengroßes Säugetiere ist ebenfalls ein
gefürchteter Fressfeind, welcher sich neben Eiern von Reptilien und
Vögeln sowie kleinen Tieren auch von Vogelspinnen ernährt.
Kommen wir zum Gift. Die Stärke des Vogelspinnengiftes
ist von der Art und Größe des Tieres abhängig. Allgemein wird gesagt,
dass Vogelspinnengift mit dem einer Wespe vergleichbar wäre, jedoch muss
man hier differenziren. V.a. afrikanische, asiatische und australische
Arten verfügen über ein starkes Gift, dass sich auf den Menschen
unterschiedlich auswirkt. Muskekrämpe, Schwellungen, starkes Brennen
oder auch Lähmungen sind mögliche Symptome, verschwinden jedoch fast
immer ohne Folgen. In der Terraristikszene treten Bisse jedoch
sehr selten auf, erwischt es einen trotzdem, so ist folgendes zu
beachten:
-
WICHTIG: Die Wunde muss gründlich desinfiziert werden, sodass
keine Krankheitskeime in die Blutbahn geraten können!
-
Beruhigen der betroffenen Person und notwendige Maßnahmen
ergreifen (z.B. Schocklage, wenn sie einen Schock erlitten hat).
-
Einen Arzt konsultieren, wenn Komplikationen auftreten.
-
Zu beachten ist außerdem, dass die Giftwirkung nicht sofort
einsetzt sondern erst nach einige Zeit (evtl. auch mehrere Tage). ñ
Der Körperbau ist für die klassische Taxonomie sehr wichtig, die
Hauptbestimmungsmerkmale findet man im bzw. am Körper der Vogelspinne. Um ein
Tier richtig zu identifizieren ist eine Haut oder ein Präparat erforderlich. Auf
Anfrage kann ich euch Adressen von Bestimmungsexperten schicken.
Der Vogelspinnenkörper ist in zwei, statt drei, wie bei den Insekten große
Teile untergliedert, die als Cephalothorax oder besser Prosoma (Vorderleib) und Abdomen
oder Opisthosoma (Hinterleib) bezeichnet werden. Beide sind über einen dünnen
Kanal (Petiolus) verbunden, durch den Adern, Nerven, Muskeln und der Darm verlaufen.

Körperbau
einer Brachypelma annitha (Bild von Stefan Jendrzej)
Prosoma
Das Prosoma, welche fälschlicherweise oft als Cephalothorax (Cephalothorax
und Carapax gibt es nur bei den Krebstieren Crustaceae) bezeichnet wird,
besteht aus dem Peltidium bzw. Carapax (Rückenplatte oder Kopfbruststück) und
dem meist sternförmigen Sternum, der Bauchplatte auf der
Vogelspinnenunterseite. Auf dem Peltidium ist in der Regel ein kleiner
Hügel zu erkennen, auf dem, bei genaueren hinsehen acht Augen zu erkennen sind,
deren Anordnung und Größe von Art zu Art unterschiedlich ist, zudem ist das
Peltidium durch strahlenförmige, sogenannte Radialstriemen in Kopfteil und
Bruststück unterteilt (bei Brachypelma emilia z.B. ist dies deutlich zu
sehen). Im Prosoma befinden sich der Saugmagen und die wichtigsten Teile des Nervensystems.
Extremitäten
Die Extremitäten oder Gliedmaßen sitzen seitlich am Prosoma. Man
unterscheidet drei unterschiedliche Gliedmaßen:
1. Chelizeren: Spinnen besitzen ein Paar Chelizeren, auch "Klauen" oder
"Zähne" genannt. Diese können laut unbestätigten Aussagen bei großen
Arten zu 2,5cm
lang werden. Sie
bestehen aus einem Basalglied und einer Klaue, an deren Ende die winzigen
Kanäle aus den Giftdrüsen enden. Die kräftigen Basalglieder dienen zum
ausquetschen und festhalten der Beute, zusätzlich sind noch kleine Zähnchen an
den Chelizeren, welche zum "zerraspeln" der Beute dienen.
Vogelspinnen gehören aufgrund ihrer parallelen Stellung der Chelizeren zu den
orthoghnaten Spinnen, bei labidoghnaten Spinnen sind die Chelizeren wie eine
Zange angeordnet.
Unterordnungen: Labidoghnata (labidoghnate Spinnen), Mesothelae (Gliederspinnen,
orthognathe Spinnen) und Mygalomorphae (Vogelspinnenartige, orthognathe
Spinnen).
2. Pedipalpen: Neben den Chelizeren liegen die Pedipalpen bzw. Palpen (Kiefertaster),
welche manchmal auch zum laufen eingesetzt werden. Eine weitere Funtkion dieses
"neunten Beinpaars) ist das
Festhalten der Beute und das Reinigen der Chelizeren. Ihr Aufbau ist fast mit
dem eines Beines identisch, doch fehlt ihnen das 6. Beinglied, der Metatarsus.
Außerdem spielen
die Taster bei geschlechtsreifen Männchen eine wichtige Rolle. An deren Enden sitzen
die Bulben, birnenförmige Taschen, in denen das Männchen, das Sperma
speichert.
3. Beine: Seitlich am Prosoma sitzen jeweils vier dicht
behaarte Beine. Sie bestehen aus der Coxa (Hüfte), dem Trochanter
(Schenkelring), Femur (Schenkel), Patella (Knie), Tibia (Schiene), Metatarsus
(Mittelfuß) und dem Tarsus (Fuß). Der Tarsus besitzt außerdem zwei bis drei
einziehbarer Krallen, welche zum Klettern dienen. Einige Männchen haben an
den Tibien des ersten Beinpaares, zwei kleine Haken (Tibiaapophysen), welche bei
der Begattung eine Rolle spielen. Zudem besitzen viele baumbewohnende Arten als
auch unterirdisch lebende Exemplare an
den Tarsen und Metatarsen dichte Polster aus Hafthaaren (Scopulae), welche sicheren Halt
auf glatten Flächen bieten und einem Beutetier das Entkommen unmöglich machen.
Wie auch die Pedipalpen können auch die Beine an bestimmten Stellen
(Sollbruchstellen) abgeworfen werden und zappeln bzw. zucken aufgrund einer
Nervenfunktion um Fressfeinde abzulenken. Dies habe ich auch bei einer meiner
juvenilen Pterinochilus murinus (rcf) beobachten können und
aufgezeichnet (auf das untere Bild klicken).
Abgeworfenes
Bein einer Pterinochilus murinus.
Opisthosoma
Obwohl das Opisthosoma wichtige Organe, wie das Herz, Atemorgane oder
Keimdrüsen zur Ei - bzw. Spermazellenproduktion und große Teile des
Verdauungstrakts beherbergt ist es sehr weich und ungeschützt, was bei der
Handhabung der Tier nicht zu vergessen ist. Auf der Unterseite des Hinterleibs
liegen die Öffnungen der Fächerlungen und die vier Spinnwarzen, bestehend aus
zwei großen und zwei kleinen. Aus diesen wird ein Sekret abgesondert, welches
an der Luft ausgehärtet, zu einem klebrigen Spinnenfaden wird. Zusätzlich
sitzen bei neuweltlichen Arten an der Oberseite des Abdomens die sogenannten
Brenn - oder Reizhaare.
Literaturtipp:
FOELIX, R. F. (1992): "Biologie der
Spinnen"; 2., überarb. und erw. Aufl. Thieme Verlag, Stuttgart.
Kommen wir zum Punkt Geschlecht. Vogelspinnen sind nach der Reifehäutung
geschlechtsreif, da sich diese Häutung jedoch nicht äußerlich von den anderen
unterscheidet., muss man andere Anzeichen einer adulten Spinne finden. Bei den
Weibchen ist die Geschlechtsreife leider nur anhand eines Kokonbaus zu erkennen,
bei den Männchen hat man es aber schon einfacher.Hierbei muss man sich die
Pedipalpen genauer ansehen, an deren Ende sich die sogenannten Bulbi befinden,
welche das Geschlechtsorgan des Männchens darstellen und von Art zu Art
unterschiedlich geformt sind, weswegen man sie auch zur Bestimmung heranzieht.
Einige Männchen besitzen zusätzlich am ersten Beinpaar sogenannte Tibiapophysen,
welche dem Männchen durch Einhaken in die Chelizeren des Weibchens Schutz
bieten. Sind die Tiere jedoch noch nicht adult, so kann eine
Geschlechtsbestimmung mitunter sehr schwierig sein. Hierbei muss man die Häutung
der Spinne zuhand nehmen und die Abdominalhaut so auseinanderfalten, dass man
einen Blick auf das Innere werfen kann. Befindet sich zwischen den zwei oberen
Buchlungen ein sackartiges Gebilde so handelt es sich höchstwahrscheinlich um
ein Weibchen. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, jedoch möchte ich diese nicht
erwähnen, da diese Methoden m.E. zu schwierig sind. Als letztes möchte ich noch
die einzelnen Geschlechtsorgane ansprechen. Die Bulbi bzw. Bulben sind das
Begattungsorgan des Bockes, sie werden mithilfe des sogenannten Spermanetzes mit
Spermien gefüllt um später in die Epigastralfurche des Weibchens eingeführt zu
werden. Hat das Männchen dies getan, so werden die Spermien in der Spermathek
gespeichert, wo sie lagern. Die eigentliche Befruchtung findet erst kurz vor der
Eiablage dar. Häutet sich das Weibchen davor, sind die Spermien verloren und die
Verpaarung war umsonst. Ausnahme ist die Vogelspinnenart Sickius
longibulbi (Quelle: DRACO "Vogelspinnen" Nr. 16 4 (2003-4)),
welcher eine Spermathek vollkommen fehlt. Die Form der Spermathek und der Bulben
ist von Art zu Art unterschiedlich, weswegen sie auch zur Artbestimmung
herangezogen werden.
ñ
| Fachbegriffe: |
Erklärung: |
| Abdomen (fachlich nicht
korrekt, nur bei den Insekten) |
Hinterleib |
| adult (nach erreichen
der Geschlechtsreife) |
ausgewachsen |
| Buchlunge |
Atemorgan der Spinne |
| Bulbus (pl. Bulbi) |
Begattungsorgan des
Männchens |
| Carapax (fachlich nicht
korrekt, nur bei den Krebstieren) |
Rückenplatte |
| Cephalothorax (fachlich
nicht korrekt, nur bei den Krebstieren) |
Vorderleib |
| Chelizeren |
Beißklauen |
| Chelizerenklaue |
eigentliche Klaue der
Spinne |
| Chitin |
Beschaffenheit der
Spinne |
| Coxa |
1. Beinglied |
| Embolus |
Samenleiter |
| Embryonalhäutung |
Larvenhäutung |
| Epigastralfurche |
Geschlechtsöffnung |
| Epigyne |
gewölbter Bereich vor
der Epigastralfurche |
| Exoskelett |
Außenskelett |
| Exuvie |
alte Haut |
| Fächerlungen |
Tracheenöffnung |
| Femur |
3. Beinglied |
| Hämolymphe |
blaues Blut der Spinne |
| Hybridenzucht |
verschiedene Arten
untereinander kreuzen |
| Labium |
Unterlippe |
| Maxille |
Teil der Taster zum
Kauen |
| Maxillipalpus |
Taster |
| Metatarsus |
6. Beinglied |
| Mygalomorph |
bestimmte Stellung der
Chelizeren |
| Opisthosoma |
korrekte Bezeichnung
des Hinterleibes |
| Ortognath |
bestimmte Stellung der
Chelizeren |
| Ovarium |
Eiervorratsbehälter |
| Palpen |
Taster |
| Pedipalpen |
Taster (2. Bezeichnung) |
| Patella |
4. Beinglied |
| Peltidium |
korrekte Bezeichnung
der Rückenplatte |
| Petiolus |
Verbindungsstück
zwischen Opisthosoma und Prosoma |
| Prosoma |
korrekte Bezeichnung
des Vorderkörper |
| Radialstriemen |
Von der Thoraxgrube
ausgehende Striemen |
| Receptacula seminis |
Spermatasche |
| Reizhaare |
mit Widerhäkchen
versehene Haare auf dem Abdomen |
| Scopula |
Haarbüschel bzw.
Hafthaare zum klettern und halten von Beute |
| Sigille |
haarlose
Eindruchsstellen auf dem Sternum |
| Sling |
Abk. von Spiderling |
| Spermathek |
weibliche Samentaschen
in der Spinne |
| Spiderling |
Jungtier |
| Sternum |
Bauchplatte |
| Stridulationsorgan |
Borsten an den
Chelizereninnenseiten zum erzeugen von Lärm |
| Tarsus |
Fuß, 7. Beinglied |
| Thoraxgrube |
Vertiefung auf dem
Peltidium |
| Tibia |
5. Beinglied |
| Tibiaapophysen |
Schienbeinhaken |
| Tracheensystem |
"Lungensystem" |
| Trichobothrien |
dünne, becherartige
Borsten |
| Trochanter |
2. Beinglied
ñ |
Eine Übersicht über die Artenvielfalt der Familie Theraposidae (Vogelspinnen)
findet ihr im World Spider Catalag von Norman I. Platnick:
http://research.amnh.org/entomology/spiders/catalog/THERAPHOSIDAE.html
Stammgruppe:
Articulata (Gliedertiere)
Stamm:
Arthropoda (Gliederfüßer)
Unterstamm:
Chelicerata (Scherenfüßer)
Klasse:
Arachnida (Spinnentiere)
Ordnung:
Araneae (Webspinnen)
Unterordnung:
Mygalopmorphae (Vogelspinnenartige, orthognathe Spinnen)
Familie:
Theraphosidae (Vogelspinnen)
Unterfamilien:
Aviculariariinae
Gattung:
Avicularia
Art:
versicolor Neben der Unterfamilie Aviculariinae gibt es
natürlich noch weitere Unterfamilien:
 |
Avicularinae
SIMON, 1874 |
 |
Eumenophorinae
POCOCK, 1897 |
 |
Harpactirinae
POCOCK, 1897 |
 |
Ischnocolinae
SIMON, 1872 |
 |
Ornithoctoninae
POCOCK, 1895 |
 |
Selenocosmiinae
SIMON, 1892 |
 |
Selenogyrinae
SMITH, 1990 |
 |
Spelopelminae
SMITH, 1994 |
 |
Stromatopelminae
SCHMIDT, 1993 |
 |
Theraphosinae
THORELL, 1870 |
 |
Thrigmopoinae
POCOCK, 1900 |
Insgesamt gibt es etwa 110 Gattungen und etwa 880 Art in der
Vogelspinnenfamilie. Diese Anzahl ändert sich jedoch ständig, da fast
immer neue Arten entdeckt werden und sich die "Systematiker" stets
uneinig sind ;-)
Übrigens: Eine exakte Artbestimmung ist anhand eines Fotos nicht möglich. Zur
genauen Bestimmung benötigt man eine Haut oder ein Präparat und lässt sie von
Spezialisten untersuchen. Ich rate dies vor einer Verpaarung auf jeden Fall
durchzuführen, um so eine Verbreitung von Hybriden (also "unreinen" Arten) zu
vermeiden. Solche sind dann meistens nicht fertil oder vrebreiten weitere
Hybriden.
ñ

Um Vogelspinnen ein Heim zu bieten, kann man sich verschiedenster Behältnisse
bedienen. Am weitesten sind wohl die Terrarien (meist aus Glas) verbreitet, es
gibt sie in verschieden Ausführungen (Fallscheibe, Schiebescheibe oder Deckel)
und Größen. Aber auch Haushaltsdosen (z.B. jene der Firma FÜRST-PLAST) oder
andere Dosen sind für die Haltung geeignet, solange eine gute Luftzirkulation
vorhanden ist. Die Größe des Behältnis richtet sich nach der Größe und Agilität
der Spinne, im allgemeinen kann man aber sagen, dass Vogelspinnen nicht viel
Platz benötigen. An Einrichtung ist das Substrat das wichtigste, Korkstücke oder
andere Verstecke, Pflanzen sowie ein Wassernapf können hineingebracht werden.
ñ
Wie bereits erwähnt ist der Bodengrund m.M.n. das Wichtigste bei der
Einrichtung überhaupt. Er sollte dem sich im Biotop der Spinne befindenen
Substrat entsprechen. So sollte man z.B. Savannenbewohner nicht auf
klatschnassem Torf oder Holzschnipseln, sondern trockener Savannenerde (z.B.
Ackererde oder ggf. auch Blumenerde) halten. Die Höhe des Bodengrund ist
ebenfalls sehr wichtig und muss der Art angepasst werden. Citharischius
crawshayi POCOCK, 1900 z.B. haust in freier Natur in bis zu 2m unter
der harten Erde liegenden Wohnhöhlen.
ñ
Wenn Leute meine Terrarien sehen, dann werd ich oft gefragt, warum ich nicht
alle Spinnen in einem Terrarium halte. Der Grund ist simpel, Vogelspinnen
vertragen sich kaum und würden sich wahrscheinlich gegenseitig fressen., doch
wie immer .... Außnahmen bestätigen die Regel.
Bei Poecilotheria subfusca ist nach STRIFFLER schon fast ein "soziales"
Verhalten zu beobachten. Sie ist eine der wenigen Vogelspinnenarten, bei der es
klappt adulte Tiere in Gruppen zu halten, fast ohne Ausfälle. In der Natur soll
schon beobachtet worden sein, wie die Jungspinnen mehrere Wochen bei dem
Muttertier blieben und auch zusammen an einer Beute fressen. Echte
"Sozialität" besteht aber laut KULLMANN (1972) nicht, da die Tiere
dafür zusammen jagen müssten, was bei P. subfusca nur teils bestätigt
ist. Allerdings tolerieren sich die Spinnen fast ihr Leben lang und betreiben in
gewissem Maße auch Brutpflege. Leider ist Poecilotheria subfusca recht
teuer, weswegen ich keine Gemeinschaftshaltung probiere. M.M.n. hängt eine
Gemeinschaftshaltung von verschiedenen Faktoren ab, wobei die Größe und
Einrichtung des Behältnisses wohl eine der wichtigsten Rolle spielt. Ich habe
nur bedingt Erfahrungen mit der Gemeinschaftshaltung von Vogelspinnen gemacht,
so hielt ich 5 Poecilotheria regalis über einen Zeitraum von etwa einem
Jahr erfolgreich zusammen, bei 2 Pterinochilus murinus habe ich jedoch
schlechte Erfahrungen gemacht, dafür hat die Vergesellschaftung von einer
semiadulten Poecilotheria ornata mit einem juvenilen Brachypelma
albopilosum Spiderling über einen Zeitraum von fast einem Monat in einem
sehr kleinen Behältnis hervorragend funktioniert.
Laut einigen Homepages ist es möglich Vogelspinnen mit diversen
Tausendfüßern zu vergesellschaften. Die großen Schnurfüßer sind aufgrund ihres
Abwehrsekrets sicher vor der Spinne. Ein weiterer Vorteil dieser
Vergesellschaftung ist die Reinigung des Beckens durch den Tausendfüßer. Diese
Arbeit kann jedoch auch von Kellerasseln oder tropischen Asseln übernommen
werden.
ñ

Pflege
Vogelspinnen benötigen zum Glück einem geringen Pflegeaufwand,
doch wie jedes Lebewesen bedürfen auch sie ein wenig Verantwortung. Ich
kontrolliere meine Tiere täglich, Futter- und Wassergabe mache ich nur einmal
in der Woche und wenn Futterreste oder sonstiger Dreck übrig bleiben so
entferne ich auch die.
Was den Umgang angeht, so sollte jedem Klar sein, dass
(Vogel)spinnen keine Kuscheltiere sind und man es vermeiden sollte sie auf die
Hand nehmen oder anderweitig zu belästigen. Will man sein Tier untersuchen
(z.B. das Geschlecht bestimmen) so kann man es in eine kleine Dose (z.B. die
Heimchendosen (HD) aus dem Handel) stupsen und von unten betrachten. Erkennt
man durch die Dose kaum etwas so gibt es noch die Möglichkeit das Tier anhand
des Spinnengriffs (mit oder ohne Pinzette, ich verwende dabei keine Pinzette,
da es mir zu gefährlich ist) genauer zu betrachten. Hierbei packt man das Tier
mit Daumen und Zeigefinger bzw. Mittelfinger zwischen dem zweiten und dritten
Beinpaar und hebt es hoch, wobei man immer darauf achten sollte, den
Achtbeiner nicht fallen zu lassen bzw. zu erdrücken. Eine weitere gute Idee
der Geschlechtsbestimmung ist folgende: Man packt das Tier eine Tüte
(Frischhaltebeutel etc.) und strafft diese so, dass die Vogelspinne sich nicht
mehr bewegen kann. Solch eine Prozedur sollte jedoch nicht zur Regel werden im
Gegenteil, man sollte immer versuchen seine Tiere so gut wie möglich in Ruhe
zu lassen.
Da wohl jeder Vogelspinnenhalter den Drang verspürt sein Tier
einmal in die Hand zu nehmen, hier eine kurze Anleitung wie man sicher
vorgeht: Man stupst die Spinne von hinten vorsichtig an und lässt sie auf die
Handinnenfläche laufen, dabei aber immer darauf achten, dass die Spinne auf
keinen Fall runterfallen kann und sich somit ihr ungeschütztes Opisthosoma
aufschlägt. Lasst die Spinne ruhig ein bisschen krabbeln, dabei könnt ihr die
kleinen Krallen am Ende der Tarsen spüren, nach einiger Zeit solltet ihr den
Arachniden jedoch wieder in sein Heim lassen, da er sich auf eurer Hand
wahrscheinlich nicht wohl fühlt. Bevor ihr euch allerdings eine Spinne über
die Hand laufen lasst, achtet jedoch darauf, dass sie nicht zu angriffslustig
ist, ihr könnt dies testen indem ihr mit einem kleinen Hölzchen vor den Beinen
"rumfuchelt" bzw. diese leicht berührt, geht sie in Angriffsstellung, dann
solltet ihr sie lieber in Ruhe lassen.

Grammostola
rosea auf meiner Hand
Mit der Zeit entwickelt man schon ein Gefühl für seine Tiere
und kann auch leicher abwägen, wie leicht Reizbar die Vogelspinne ist.
Wie alle Lebewesen sind auch Vogelspinnen nicht vor Krankheiten und
Verletzungen sicher,
doch im Gegensatz zu einem Hund oder einer Katze kann man bei unseren
achtbeinigen Lieblingen wenig machen.
Vogelspinnenkrebs: Eine bekannte Vogelspinnenkrankheit ist Krebs. Leider weiß man nicht,
wie diese Krankheit entsteht, womöglich wird sie als Virus verbreitet,
vielleicht aber auch nicht. Leider lässt sich bei Vogelspinnenkrebs
nichts machen, außer warten und zusehen. Die Krankheiten erkennt man
daran, wenn man sich den Bereich um die Spinnwarzen etwas genauer
anschaut. Meist ist dort eine Schwellung zu erkennen. Am Anfang ändert
sich nichts am Verhalten der Spinne, doch wenn sich über die Schwellung
eine Kruste bildet, verweigern die Tiere das essen und sterben meistens.
Es sollen aber auch Fälle bekannt sein, wo die Schwellung wieder
abgeklungen ist und die Tiere überlebt haben.
"Dyskinetisches Syndrom": Diese "Krankheit" trat in letzter Zeit vermehrt auf. Oft kann man beobachten wie ganze Bestände zu Grunde gehen,
manchmal aber auch nur einzelne Tiere. Die Vogelspinnen zucken meistens mit den
Beinen und können sich fast nicht auf diesen halten, zudem wirken ihre ganzen Bewegungen
stark unkoordiniert. Das ganze
Verhalten wirkt als würden sie tanzen. Leider ist auch über diese
"Krankheit" sehr wenig bekannt. Man sollte auf jeden Fall das
Tier separieren und den Kontakt mit anderen Spinnen vermeiden, da man
vermutet, dass das DS sehr ansteckend ist. Zudem rate ich
eure Spinnen nur von vertrauenswürdigen
Leuten zu kaufen.
Ein Züchter oder gar Vogelspinnenfreund ist hier wohl die beste
Alternative, wenn man sich das Tier davor gut angesehen hat.
"Plötzlicher Vogelspinnentod": Ob man den "Plötzlichen Vogelspinnentod" in die Kategorie
"Krankheiten" stellen sollte, ist fraglich, da es sich
vermutlich um eine Schockreaktion handelt. Bei einem Freund trat dieser
Fall bei einer adulten Chromatopelma cyaneopubescens Dame ein,
hier ein Auszug aus einer email, die er mir schickte:
Am Sonntag habe ich mich entschlossen meiner
Chromatopelma-Dame ihren
Kokon wegzunehmen, weil sie schon über 6 Wochen drauf saß. Ich habe
zunächst
das Holz/Kork entfernt und das Gespinst geöffnet. Den Kokon hatte sie
schützend unter ihrem Körper. Mit einer langen Pinzette habe ich den
Kokon
ergriffen und zunächst versucht selbigen vorsichtig unter ihren Beinen
hervorzuziehen. Schließlich hab ich den Kokon angehoben, wobei sich das
Weib
mit allen 8 Beinen an den Kokon klammerte und sich zusätzlich in diesen
verbiss. Mit einer weiteren Pinzette gelang es mir das Tier vorsichtig
und
langsam vom Kokon zu lösen. Erst einmal vom Kokon getrennt zog sie sich
auch
rasch in ihre lädierte Wohnhöhle zurück. Um sie nicht unnötig zu
stressen
legte ich einen leeren Kokon in ihr Gespinst.
Als ich wenige Stunden später das Terri des Muttertieres säubern und
mit
frischem Trinkwasser versorgen wollte, sah ich wie mein Weibchen mit
angezogenen Beinen an der Frontscheibe des Terris lag, also in der
typischen
Haltung von toten/sterbenden Spinnen. Sofort habe ich das Tier in eine
größere Faunabox umgesetzt, wobei sie sich zu dem Zeitpunkt noch zur
Wehr
setzte. Die eine Hälfte trocken die andere gut feucht, habe ich sie zunächst
in den Wassernapf gesetzt, den sie jedoch umgehend verließ, jedoch nur
unter
größter Anstrengung. Sie hat sich immer mal wieder wenige Zentimeter
bewegt,
ist jedoch 2 Tage später, also heute, verstorben.
Volker von Wirth hat so etwas (ähnliches) selbst erst einmal und ein
weiteres Mal bei einem Bekannten erlebt. Allerdings bei einer
asiatischen
Art. Diese stellte sich senkrecht auf (Drohstellung) und fiel
Augenblicke
später tot um.
Die einzige sinnvolle Erklärung ist unserer Ansicht nach dass das Tier
durch
die Störung so sehr gestresst wurde dass es eine Art Schock erlitt der
so was
wie einen Kreislaufzusammenbruch herbeiführte der zu diesen ungewöhnlichen
Symptomen und letztendlich zum Tod führte. Wäre das Tier krank oder
stark
geschwächt gewesen hätte es sonst wohl kaum Minuten vorher noch massiv
den
Kokon verteidigen können.
Volker nimmt seinen Tieren grundsätzlich den Kokon weg, hat sonst aber
vergleichbares noch nie erlebt oder gehört....
Kurz zusammengefasst: Die Spinne hat durch den starken
"Stress" wahrscheinlich einen Schock erleidet, welcher zu einem
Kreislaufzusammenbruch führte und schließlich tödlich endete.
Aufgrund dieser ganzen Krankheiten, welche in letzter Zeit vermehrt
auftreten, rate ich allen Vogelspinnenliebhabern seine Tiere gut unter
die Lupe zu nehmen. Hat man die Möglichkeit Vogelspinnen von Freunden
oder Züchtern zu beziehen, sollte man diese Möglichkeit nutzen, da man einfach
sicherer gehen kann ein gesundes Tier zu erwerben.
Vogelspinnen können sich sehr leicht verletzen. Wie auch bei den
Krankheiten gibt es auch hier wenig bis keine ausgebildeten Ärzte,
welche helfen könne, jedoch kann der Halter selbst schon beim Einrichten des Terrariums verhindern, dass seiner Spinne etwas geschieht
... indem man z.B. auf spitze, scharfe
oder heiße Gegenstände verzichtet.
Opisthosoma: Das Opisthosoma ist kaum geschützt und häufig geschehen hier die
Verletzungen. Schlägt sich die Spinne ihren Hinterleib z.B. durch einen hohen
Fall auf, so sollte man versuchen die Blutung zu stoppen. Hierzu kann man auf
feine Materialien wie Mehl, Puderzucker oder auch Vaseline zurückgreifen, welche
das Blut verklumpen sollten und somit ein weiteres austreten verhindern. Ich
habe von einem Fall gehört indem Kinder ihre "Klassenvogelspinne" nach einem
tiefen Sturz mit Flüssigkleber gerettet haben, jedoch rate ich von einer solchen
Behandlung ab, da der Kleber für die Spinne giftige Substanzen enthalten könnte.
Gliedmaßen: Gliedmaßen können sehr leicht abreisen, wenn sie zum Beispiel zwischen den Spalt eines
Ast oder unter der Fallscheibe des Terrariums geraten. Meistens werden sie an
der Sollbruchstelle zwischen Femur und Trochanter abgetrennt. In einem solchen
Fall wird die Gliedmaße nach ein paar Häutungen wieder erneuert. Sollte das
Bein nicht an der vorgesehenen Stelle abreisen, dann tritt meist eine Menge Blut
aus und die Spinne wirft das Bein nach einer Zeit selbst ab. Sollte diese
allerdings auch nicht der Fall sein, so muss man es "amputieren".
Anfänger sollten dies allerdings von einem erfahrenen Halter machen lassen, da
die Vogelspinnen darauf meistens sehr aggressiv reagieren. Um das Bein zu
entfernen, dreht man es wie einen Pilz heraus.
Auf dem nachfolgenden Bild kann man das Bein meiner Pterinochilus
murinus erkennen, wenn man auf das Foto klickt, dann öffnet sich ein
Video, indem das zappelnde Bein zu erkennen ist.
Abgeworfenes
Bein einer Pterinochilus murinus.

Nahrung
Vogelspinnen jagen ihre Beute nicht wie Netzspinnen mithilfe eines Netzes, indem
das Beutetier hängen bleibt, sondern indem sie ihrem Futter auflauern und diese
dann blitzschnell überwältigen. Da sie die Beute also nicht aktiv jagen, kann es
schon einmal dauern bis ein Futtertier vorbeikommt, sodass Vogelspinnen recht
lange fasten können. Die adulten Theraphosa blondi eines Freundes hat 18
Monate nichts gefressen. V.a. bei adulten Tieren kann man ruhig in längeren
Zeitabständen Futter geben.
Aufgrund der Größe des Mundes (maximal 1mm) können Vogelspinnen nicht
direkt fressen. Wie alle Spinnen, verdauen auch die Vogelspinnen deshalb
ihre Nahrung Extrakorporal, dass heißt die Nahrung wird außerhalb des
Körpers verflüssigt und verdaut.

Ephebopus cyanognathus mit Beutetier
Hierzu erbricht die Spinne aus den sogenannten
Darmdivertikeln etwas Verdauungssaft über die Beute um nach einigen
Sekunden diesne Tropfen mit den gelösten Gewebeteilen aufzunehmen,
diesen Vorgang wiederholt die Vogelspinne mehrmals (Quelle: "Biologie
der Spinnen" (3.1. Nahrungsaufnahme und Verdauung)). Spinnen ohne
Giftdrüßen (innerhalb der Ordnung der Webspinnen (Araneae)
Kräuselradnetzspinnen (Uloboridae) wickeln ihre Beute lediglich
ein und saugen sie ein, nachdem sie durch den Verdauungssaft verlüssigt
worden ist.
Vogelspinnen können sehr vielseitig ernährt werden, in
Gefangenschaft kann man ihnen jegliche Art von Insekten (sofern nicht
gefährlich) anbieten, der Handel bietet hier eine große Auswahl. Auch die
Ernährung mit Fleisch (sollte roh gegeben werden) ist in Maßen möglich. Bei
der Futtergabe sollte immer darauf geachtet werden, dass die Futtertiere nicht
zu groß zum Überwältigen sind oder die Spinne in irgendeiner Weise schädigen
können. Frisst die Vogelspinne ihr Futter nicht gleich, so sollte man es nach
etwa 2-4 Tagen entfernen. Woher bekommt man Futtertiere? Nun, ich beziehe
meine großteils von Börsen und von Freunden, aber auch im Zoohandel oder
Internet (www.kerf.de) gibt es eine Menge.
Das Thema "Wassernapf im Terrarium" wurde schon oft
diskutiert. Viele sind sich uneinig, doch eins steht fest, KEIN TIER KOMMT OHNE
WASSER AUS.
Spinnen nehmen
ihren Wasserbedarf hauptsächlich durch die Nahrung auf, indem sie Tautropfen
trinken oder indem sie das Wasser aus der Luft "filtern" . Bei Baumbewohnern reicht es wenn man ein paar
mal in der Woche den Bodengrund wässert und ein paar Tropfen in das Gespinst
gibt bzw. sprüht. Der Wassernapf ist bei einem solchen Terrarium überflüssig,
aber nicht schlecht. In der Nacht durchstreifen die meisten Tiere ihr Heim und
haben so die Möglichkeit Wasser aus dem Wassernapf zu trinken. Auch bei
bodenbewohnenden Arten ist ein Wassernapf nicht zwingend erforderlich,
allerdings empfehle ich das einbringen eines Wassernapfes v.a. bei
nahrungsverweigernden Spinnen. Bei einer bevorstehenden Häutung, sollte noch einmal kräftig gesprüht bzw.
gegossen werden und auch ein Wassernapf sollte für die erschöpfte Spinne
bereit stehen. Ich habe festgestellt, dass Vogelspinnen sich bei einer Häutung
nach dem Halter richten. Jedes Mal wenn wieder eine Häutung bevorstand, habe ich
normal gewässert, also einmal in allen zwei Wochen und immer nach dem Tag des
Wässerns, hatte sich die Spinne gehäutet. Wie es scheint, wartet die Spinne
auf den passenden Moment sich zu häuten. Bei Spiderlingen oder Futtertieren muss bei einem Wassernapf darauf geachtet
werden, dass dieser nicht zu tief ist. Als Alternative gibt es spezielles
Wassergel, welches bei Onlineversandhäusern, wie
www.reptilica.de
meist erhältlich ist. Diese gelartige Masse saugt sich mit Wasser voll und
speichert es. Viele Leute halten nichts von dieser Substanz, da sie unnatürlich
sei, doch sie erfüllt ihren Zweck.
Zusammenfassung: Ein Wassernapf kann nicht schaden, doch ist er nicht
zwingendst nötig, wenn andere Voraussetzungen, wie eine passende LF,
genügend Futtertiere bzw. ein gelegentliches sprühen vorhanden sind. Ich habe
bei all meinen Spinnen den Verschluss einer "Cola-Flasche" drin und meine Tiere
scheinen daraus zu trinken.

Zucht
siehe oben
Hat man zwei adulte Tiere der gleichen Art (!) so sollte man
sie miteinander verpaaren. I.d.R. finden sich immer Abnehmer der Nachzuchtiere
und man trägt so dazu bei, den sinnlosen Import von Wildfängen als Schautieren
zu vermeiden. Der Zeitpunkt einer Verpaarung sollte gut festgelegt werden,
dabei sollte man darauf achten, dass die Hätung des Weibchens nicht zu lange
zurückliegt um so eine Häutung mit den Spermien des Männchens zu vermeiden,
sie sollte aber auch nicht zu nahe liegen. Der Bock sollte natürlich ein
Spermanetz gebaut haben, was oft nur an Resten des Spermanetzes zu erkennen
ist. Zur Verpaarung setzt man den Bock in den Behälter des Weibchens (dieses
kann einige Wochen zuvor in einen eigenen Verpaarungsbehälter gesetzt worden
sein), auf keinen Fall jedoch umgekehrt. Der Bock wird dabei versuchen das
Weib zu stemmen, also es hochzuheben, um mit seinen mit Sperma gefüllten
Bulben an die Geschlechtsöffnung des Weibchens zu kommen. Hat der Bock
Tibiaapophysen so verwendet er sie und hackt sich damit in den Chelizeren des
Weibs fest. Die Paarung kann mehrere Sekunden oder Minuten dauern, danach
gehen die Tiere i.d.R. auseinander und putzen sich ausgibig (beim Weib kann
man direkt nach der Paarung oft ein abknicken erkennen). Wenn alles gut
gegangen ist, dann sollte das Weib einige Wochen bzw. Monate nach der
Verpaarung einen....
.... Kokon bauen. Hierbei webt das Weibchen einen
Spinnwebenteppich und legt dort ihre Eier ab, welche mit mehreren Schichten
Spinnweben verdeckt werden und schließlich zu einer Kugel geformt werden. Das
Weib trägt den Kokon während dieser Zeit fast immer mit sich herrum und
bewacht ihn. Wenn die Jungen größer geworden sind, lockert es den Kokon etwas
auf bzw. reist ihn ganz auf, wenn die Jungen so weit sind. Will man
verhindern, dass hunderte kleiner Spinnen im Behälter rumkrabbeln, so sollte
man dem Weib ihre Brut vorher wegnehmen.
Zur Aufzucht der kleinen Jungspinnen, auch Spiderlinge
genannt, eigenen sich die Heimchendosen aus dem Handel. Am Anfang kann man sie
noch zusammenhalten (je nach Art kann es passieren, dass sie sich dezimieren),
sie sollten jedoch später vereinzelt werden, um Kannibalismus zu verhindern.
Als Aufzuchtdosen eignen sich Filmdosen (bekommt man im Fotoshop oft umsonst)
oder andere kleine Behälter. Gefüttert werden die Jungtiere wöchentlich mit
entsprechend großen Futtertieren (Mircroheimchen, Fruchtfliegen etc.), das
gleiche gilt für die Wasserversorgung.
Wenn sie noch Fragen haben, dann wenden
Sie sich über Email oder ICQ, MSN- bzw. Yahoo-Messenger an mich. | |